Mit der Schwangerschaft bildet Ihr Körper das Hormon humanes Choriongonadotropin (hCG). Es soll die Schwangerschaft schützen. Dieses Hormon hat Ähnlichkeit mit Ihrem von der Hypophyse gebildeten Thyreoidea stimulierenden Hormon (TSH). Die Produktion des basalen TSH sinkt deshalb und die Schilddrüse wird nun im ersten Drittel der Schwangerschaft (Trimenon) zur Ausschüttung von freiem T4 (fT4) und T3 (fT3) Schilddrüsenhormonen stimuliert. Sie entwickeln also eine schwangerschaftsinduzierte Hyperthyreose. Das T4-Hormon (Thyroxin) kann Ihre Plazenta passieren und ist für die Entwicklung des Gehirns des Fötus maßgeblich verantwortlich.

Mit der Schwangerschaft steigt östrogenbedingt auch Ihr von der Leber gebildetes Transporteiweiß thyroxinbindendes Globulin (TBG) im Blut um freie Schilddrüsenhormone zu binden. Der fT4-Spiegel im Blut sinkt. Es gibt ein negatives Feedback an die Schilddrüse, die nun noch mehr T4 bildet und ausschüttet.

Dieses hohe Produktionsniveau wird bis in die Spätschwangerschaft für die geistige und physische Entwicklung des Fötus benötigt. Er selber trägt nur gering zur eigenen Thyroxinversorgung bei, da sich die Ausreifung seiner Schilddrüse bis in die Zeit nach seiner Geburt erstreckt bzw. sich sein Bedarf zunehmend erhöht. Weil von der mütterlichen Schilddrüse ab der 5. SSW eine zunehmende Leistungssteigerung erwartet wird, die ab der 10. SSW ihren Vollleistung erreicht haben sollte und bis zur Entbindung funktionieren muss, garantiert eine vor der Schwangerschaft bestehende ausgeglichene Stoffwechsellage (Euthyreose) nicht automatisch für Mutter und Kind eine optimale Versorgung mit T4.

Neben der Förderung der fetalen Gehirnentwicklung (des Kindes) kann Thyroxin die Fehlgeburtenrate sowie die Frühgeburtenrate senken. Die Schilddrüsenhormone sollten also immer vom Gynäkologen/von der Gynäkologin mitkontrolliert werden. Dabei sollten sich Ihre fT4-Werte im Serum im oberen Drittel des normalen Referenzbereiches befinden.