Die Schilddrüse will zur Produktion und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen „gebeten“ werden. Diese Aufforderung geschieht über den Blutweg durch das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), einer übergeordneten Kontrollinstanz des Schilddrüsenhormonspiegels im Blut. Hat die Hirnanhangsdrüse nun festgestellt, dass der Hormonspiegel zu niedrig ist, schickt sie TSH in die Blutbahn. An der Schilddrüse angekommen, dockt dieses an den TSH-Rezeptoren der Schilddrüsenfollikelzellen an und der Produktions- und Ausschüttungsprozess beginnt. Wenn genügend Schilddrüsenhormone im Blut vorhanden sind, beendet die Hirnanhangsdrüse ihre TSH-Ausschüttung. Sie startet erst wieder mit ihrer Aufforderung zur Hormonproduktion an die Schilddrüse, wenn der Schilddrüsenhormonspiegel zu niedrig ist. Soweit zur Beschreibung des sogenannten Regelkreises.
Bei Ihrer Autoimmunerkrankung Morbus Basedow bildet der Körper TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK). Über den Blutweg erreichen auch diese die Schilddrüse. TRAK besetzen und blockieren die TSH-Rezeptoren der Schilddrüsenfollikelzellen. Da die Antikörper dem TSH so ähnlich sind, fühlen sich die Schilddrüsenfollikelzellen nun aufgefordert Schilddrüsenhormone zu produzieren und auszuschütten, allerdings unabhängig von der Regelkreissteuerung. So kommt es zu einer übermäßigen Produktion und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen.